Dysthergrund
Willkommen im Land der Dysthymie und Depression!



sitzende Person, wirkt niedergeschlagen

Bilder meiner Depression

Diese Bilder entstanden während meiner Depression, wobei es sich nur um einen Teil handelt. Die Bilder meiner vorherigen depressiven Phasen zerstörte ich immer wieder alle, doch dieses Mal entschied ich mich, sie aufzuheben – zumindest einen Teil. Und sogar zu zeigen, was mir schwer fällt, denn sie sind nicht zum zeigen entstanden. Sie sind nicht einmal aus irgendeinem Kunst- oder Bildermalwunsch entstanden, sondern nur um auf diese Art etwas rauszulassen. Weder schön, kreativ, aufs Verstanden werden noch sonstirgendwie gedacht. Eigentlich zeige ich sie hier nur, um auf einen Weg aufmerksam zu machen, irgendwie durch dunkle Stunden zu kommen.
Wobei dieser Weg auch bei mir genau dann oft blockiert ist.


Aquarellfarbe auf Papier, links ein angedeutetes Gesicht, wie zerrissen in der Mitte, ergänzt dann durch einen Totenschädel, rechts eine
                Sanduhr, darüber im Vordergrund ein durchsichtiges Ziffernblatt einer Uhr mit der Anzeige 3 vor 12.

Dieses Bild entstand während meines Aufenthaltes im Landeskrankenhaus Alzey, Dezember 2021.
Die Zeit läuft ab und es sind nicht einmal mehr fünf Minuten bis zwölf. Im Nachhinein betrachtet passt es zu dem Gefühl, das ich vor meinem Aufenthalt hatte. Es hat nicht mehr viel gefehlt und ich wäre heute nicht mehr hier.

Acrylfarbe und Marker auf Papier und Zeitungspapier, links unten eine angeschnittene Uhr, rechts ein Frauengesicht, angeschnitten,
                im Hintergrund Worte wie kaputt, clueless, vorbei, aufgeben usw.

Dieses Bild entstand 2022, als es mir wieder sehr schlecht ging. Also nach dem Klinikaufenthalt. Ich schwankte zwischen „es war gut, mir Hilfe zu holen„ und „das bringt doch alles nichts„. Ja, die Depression ist ein echtes Miststück: Du denkst, dir geht es besser, und plötzlich ist doch wieder alles anders.

Collage und Acrylmarker mit angeschnittenem weinenden Frauengesicht und langen Haaren, die in Spiralen in den Rest des Bildes reichen,
                dazwischen Fragen und Gedanken wie z. B. Wenn ich nichts mehr fühle, bin ich dann innerlich tot?

Ein weiteres Bild der Depression zu dieser Zeit.
Die Depression ist nicht gleichzusetzen mit der Melancholie, die meist romantisch und leicht wehmütig daher kommt, aber auch genau so schnell verfliegt. Meine Depression ist sehr anhänglich.

Acrylfarbe und Acrylmarker auf Leinwand mit angeschnittenem weinenden Frauengesicht und langen Haaren, die in Spiralen in den Rest des Bildes reichen,
                dazwischen Gedanken, Ansprüche und Urteile über mich wie z. B. Heulsuse, lächerlich, hässliche Trulla, Totalversager!, lern endlich, die Schnauze zu halten usw.

Dazu passend und zeitgleich entstanden ist dieses „Negativ„-Bild.
Ich sage mir keine netten Sachen und ich fühle mich in den Downphasen wie ein totaler Versager, der nichts auf die Reihe kriegt.

Acrylfarbe auf Leinwand, Schrift mit Acrylmarker, halb verdecktes Frauengesicht, Fantasiezeichen und Schrift im Hintergrund

Hier ist es schwierig etwas zu lesen, denn der Text ist zwischen Fantasieschriftzeichen versteckt. Vielleicht hilft dir dieser Ausschnitt:

Zeige deine lichte Seite, die andere halt' bedeckt. Keiner will sie sehen, keiner will sie verstehen. Nur manche sehen beide,
                meist ist der andere ebenso gescheckt.

Gefunden? „Zeige deine lichte Seite,…„
Mein Beitrag zum „Good Vibes Only!„-Zwang, bei dem ich eh nicht mitmachen kann. 😉

Zerlaufene und gespritzte Tinte auf dickeres Papier, darüber mit Wachskreide und Acrylmarker eine Frau. Sie verdeckt ihr
                Gesicht mit beiden Händen und wirkt niedergeschlagen.

Dieses Bild entstand 2022 nach meiner abgebrochenen Reha. Endlich ging es voran, oder auch nicht. Corona erwischte mich, ich musste von jetzt auf gleich abreisen und dann hieß es wieder: warten. Geduld ist keine meiner Stärken.